Düren · 2025
Viola und Jacques
Getraut haben sich Viola und Jacques auf Schloss Burgau in Düren, am 11. Oktober. Der Himmel war grau, die Gäste standen in Mänteln auf dem Kopfsteinpflaster vor dem Torbau.
Drinnen ein heller Saal mit Holzboden, zwei Blöcke weiß bezogener Stühle, ein überschaubarer Kreis — die Sorte Trauung, bei der man jedes Gesicht kennt. Als der Trauzeuge sich über den Tisch beugte, um zu unterschreiben, stand ein kleiner Junge im beigen Anzug daneben und sah ihm auf die Finger.
Draußen auf den Stufen wischte Viola sich dann eine Träne unter der Brille weg, den Strauß fest in der Hand, während Jacques neben ihr in einer Umarmung verschwand. Das ging eine Weile so.
Danach ging es nach Jülich, auf Gut Alte Burg im Rurtal — und dort blieb die Hochzeit auch. Auf den Tischen lagen altrosa Servietten, darauf ein goldenes Herz mit den beiden Namen und dem Datum. Draußen sammelte der Junge im beigen Anzug Kastanien und sprang von einer Bohle, während drinnen gefeiert wurde.
Auf der Wiese hinter dem Gut ist das Bild entstanden, das ich am liebsten mache: Jacques hält Viola, und die Schleppe ihres Kleides liegt in einem weiten Bogen über dem Gras. Es braucht beides — ein Paar, das sich darauf einlässt, und den Moment, in dem der Stoff richtig fällt.
Später trug Viola eine weiße Jeansjacke über dem Kleid, mit ihrem neuen Namen auf dem Rücken.


































